Pflanzliche Milch aufschäumen: So bekommst du wirklich guten Schaum

Martin Sundberg      |             |       5 Minuten

Ein Cappuccino mit pflanzlicher Milch und einer schönen Schaumschicht. Das ist möglich und einfacher, als du denkst. Der Unterschied zu Kuhmilch liegt in der Herangehensweise: die richtige Milchsorte wählen, die richtige Technik anwenden und bei selbstgemachter Milch ein paar clevere Zutaten hinzufügen. Bei Letzterem wird es erst richtig interessant, denn da hast du die volle Kontrolle in der Hand.

Was macht guten Schaum aus?

Schaum entsteht, indem Luftbläschen in der Flüssigkeit eingeschlossen werden. Proteine sorgen dafür, dass diese Bläschen intakt bleiben: Sie bilden eine dünne Schicht um jedes Bläschen, die verhindert, dass der Schaum zusammenfällt. Fette machen den Schaum cremig und verleihen ihm eine volle Textur.

Je mehr Fett und Eiweiß in der Milch enthalten sind, desto besser schäumt sie. Das gilt für Kuhmilch und es gilt für pflanzliche Milch. Milchsorten, die von Natur aus reich an Fett und Eiweiß sind, liefern das beste Ergebnis. Bei selbstgemachter Milch kannst du diese Zusammensetzung selbst bestimmen, genau abgestimmt auf die gewünschte Verwendung.

Welche Sorten schäumen am besten?

Jede pflanzliche Milchsorte hat beim Aufschäumen ihre eigenen Eigenschaften.

  • Sojamilch hat den höchsten Eiweißgehalt und liefert daher einen stabilen Schaum. Fein, cremig und er hält lange. Gut genug für einfache Latte-Art.
  • Nussmilch (Mandel, Cashew) ist von Natur aus reich an Fett und Eiweiß, vor allem, wenn du sie selbst mit einem höheren Nussanteil herstellst. Selbstgemachte Mandelmilch schäumt überraschend gut und ist die Milchsorte, die wir für Kaffee am meisten empfehlen.
  • Hafermilch hat einen milden, süßen Geschmack, der hervorragend zu Kaffee passt. Zum Aufschäumen braucht Hafermilch allerdings etwas zusätzliches Fett, und genau hier bietet die Eigenherstellung einen großen Vorteil: Du fügst natürliche Fette hinzu statt industrieller Öle und Stabilisatoren. Ein Löffel Nussmus oder ein Schuss Kokosöl ist alles, was du brauchst.
  • Erbsenmilch hat einen relativ hohen Proteingehalt und einen neutralen Geschmack. Sie lässt sich gut aufschäumen und gewinnt zunehmend an Beliebtheit.
  • Kokosmilch sorgt für eine cremige Konsistenz und einen süßen, tropischen Geschmack. Sie eignet sich am besten für Eiskaffee und Kokos-Lattes.

Die Technik

Ein paar Dinge, die den Unterschied ausmachen, egal welche Milchsorte du verwendest.

  • Beginne mit kalter Milch – Kalte Milch gibt dir mehr Zeit, Luft einzuschlagen. Nimm die Milch aus dem Kühlschrank und schäume sie sofort auf.
  • Halte die Temperatur niedrig – Schäume die Milch handwarm auf, nicht mehr. Bei etwa 60 bis 65 Grad wird der Schaum weniger stabil. Erst schäumen, dann erwärmen.
  • Hör rechtzeitig auf – Zu langes Aufschäumen macht die Blasen größer statt kleiner. Bei einem Milchaufschäumer reichen meist 20 bis 30 Sekunden. Bei einer Dampfdüse: Hör auf, sobald sich das Kännchen handwarm anfühlt und das Volumen sichtbar zugenommen hat.
  • Schlag den Schaum nach – Klopfe den Becher ein paar Mal sanft auf die Arbeitsplatte und drehe ihn dabei. Das zerbricht große Blasen und sorgt für einen feineren Schaum. Baristas machen das standardmäßig, auch bei Kuhmilch.

Selbstgemachte Milch, besserer Schaum

Wer selbst pflanzliche Milch herstellt, hat beim Aufschäumen einen Vorteil. Du bestimmst die Zusammensetzung und kannst die Milch genau auf das abstimmen, was guten Schaum erfordert: mehr Fett, mehr Eiweiß, eine vollere Textur.

  1. Wähle Nussmilch – Selbstgemachte Nussmilch ist die beste Wahl zum Aufschäumen. Die höhere Nusskonzentration sorgt für mehr Fett und Eiweiß, und das Ergebnis ist eine Milch, die auf ganz natürliche Weise gut schäumt.
  2. Mach Hafermilch schaumfähig – Gib pro Liter einen Löffel Nussmus (Cashew oder Mandel) oder einen Schuss Kokosöl hinzu. Genau das machen auch die Hersteller von Barista-Hafermilch, nur mit industriellen Ölen und Stabilisatoren. Mit Nussbutter erreichst du dasselbe auf natürliche Weise.
  3. Verwende die Mini-Kanne – Vollere Milch schäumt besser. Mit der Mylky-Mini-Kanne stellst du in 60 Sekunden eine kleinere Menge besonders cremiger Milch her, ideal für den Kaffee. Die gleiche Menge an Zutaten in einem kleineren Wasservolumen ergibt eine vollere Milch, die besser schäumt, und die Verhältnisse kannst du ganz einfach nach deinem Geschmack anpassen. Jedes Mal frisch, jedes Mal das gleiche Ergebnis.
  4. Erst aufschäumen, dann erwärmen – Schäume die Milch auf, wenn sie leicht gekühlt oder bei Zimmertemperatur ist. Erwärme sie erst danach.

Frisch, rein und zu einem Bruchteil des Preises

Viele Menschen bevorzugen den volleren, natürlicheren Geschmack von frisch zubereiteter Milch in ihrem Kaffee. Frische Milch schmeckt klarer und reiner als Milch aus dem Karton, ohne den Nachgeschmack von Stabilisatoren oder anderen Zusätzen.

Mit selbstgemachter Nussmilch, dem richtigen Verhältnis und einer guten Technik bekommst du cremigen Schaum für deinen täglichen Cappuccino. Und das zu einem Bruchteil des Preises: Selbstgemachte Milch kostet bis zu zehnmal weniger als Barista-Milch aus dem Supermarkt. Keine Zusatzstoffe, frischer Geschmack, volle Kontrolle und in 60 Sekunden fertig. Das ist die Art von täglichem Komfort, für die ein Mylky gemacht ist.

Zum Schluss

Das Aufschäumen von pflanzlicher Milch ist eine Frage der richtigen Milchsorte und der richtigen Technik. Nussmilch, wenn du sie selbst machst, die Mini-Kanne für ein cremigeres Ergebnis und Nussmus, wenn du Hafermilch aufschäumen möchtest. Halte die Temperatur niedrig, höre rechtzeitig auf und schäume sie bei Zimmertemperatur auf.

Nach ein paar Versuchen hast du den Dreh raus und genießt jeden Morgen frischen Kaffee mit Schaum, genau so, wie du ihn magst.

Martin Sundberg

Was in Martin Sundbergs Küche mit einem Mixer und einer Handvoll Nüssen begann, entwickelte sich zu Mylky – seiner Art, pflanzliche Milch wieder spannend, lecker und bewusst zu machen.

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